Moderate Risikoreduktion angezeigt

In den letzten Wochen haben sich wichtige Finanzmarktparameter verschoben. Zum einen haben wir unsere Einschätzung über die US-Notenbank revidiert und erwarten nun, dass das Federal Reserve die Zinsen schneller und weiter erhöhen wird, als bislang angenommen. Damit sollte sich die US-Zinspolitik zusehends zu einem Belastungsfaktor entwickeln. Zum anderen zeigen einige unserer Indikatoren, dass eine weitere Beschleunigung im Wachstum nicht zu erwarten ist, womit auch die Aufwärtsrevisionen des Gewinnwachstums zum Ende kommen sollten. Wir tragen dem Rechnung, indem wir die Risikoauslastung in den MainSky-Portfolien leicht reduzieren, wobei dies primär über eine Reduktion der Aktienquote erfolgt. Auf der Rentenseite erwarten wir weiter steigende Renditen für US Treasuries. Der Ausblick für Bunds ist zwar etwas günstiger, allerdings besteht auch hier wenig Performancepotenzial. Attraktiv sind hingegen die Staatsanleihenmärkte der €-Peripherie. Die Credit-Märkte sind hingegen ebenfalls relativ teuer, wobei wir weiterhin Anleihen mit tieferen Ratings (High Yield) innerhalb der Credit-Märkte übergewichten. An den Währungsmärkten sollte sich die Euro-Stärke der Vormonate fortsetzen.

  • Zwar präsentiert sich das globale Wachstum nach wie vor robust, allerdings haben sich in den letzten Wochen wichtige Parameter verschoben. Zum einen haben wir unsere Einschätzung über die US-Notenbank revidiert und erwarten nun, dass das Federal Reserve die Zinsen schneller und weiter erhöhen wird, als bislang angenommen. Für dieses Jahr gehen wir von 4 weiteren Zinserhöhungen aus, gefolgt von einer Fortsetzung des Zinserhöhungspfades in 2019. Damit sollte sich die US-Zinspolitik zusehends zu einem Belastungsfaktor entwickeln. Allerdings steht für Europa und Japan dieses Jahr keine signifikante Veränderung des geldpolitischen Kurses an. Zum anderen zeigen einige unserer Indikatoren, dass eine weitere Beschleunigung im Wachstum nicht zu erwarten ist, womit auch die Aufwärtsrevisionen des Gewinnwachstums zum Ende kommen sollten. Zuletzt stellt die graduelle Verschärfung der Handelskonflikte zwischen den USA und seinen Handelspartnern eine Belastung für die Märkte dar. Insgesamt sind die Aktienmärkte u. E. in ein Umfeld nachhaltig höherer Volatilität eingetaucht.
  • Wir tragen diesem Umfeld Rechnung, indem wir zum einen die Aktienquote von ‚stark übergewichtet‘ auf ‚moderat übergewichtet‘ reduzieren. Dabei bauen wir unsere Investments in dem Emerging Markets ab, da diese Märkte besonders sensitiv auf Verschärfungen in der US-Handelspolitik reagieren sollten. In den USA behalten wir unser geringes Exposure sowohl im Nasdaq als auch im S&P 500 bei, während wir in Europa den Fokus stärker auf zyklische Sektoren (Industriegüter, Basic Resources, Autos) legen. Zudem investieren wir in Sektoren, welche tendenziell von steigenden Zinsen profitieren (z. B. Versicherer), während Sektoren, die unter einem Zinsanstieg leiden, gemieden werden.
  • Auf der Rentenseite dominieren wie erwartet die Zentralbanken und ihre ‚Exit-Politik‘ die Märkte. Aufgrund unserer Neueinschätzung der US-Geldpolitik erwarten wir weiteren Druck auf die US-Renditen, so dass wir unser Jahresendziel für 10-jährige US-Staatsanleihen auf ca. 3,5% erhöht haben. In Europa bleibt es dabei, dass die EZB Ende 2018 die Anleihenkäufe beenden sollte. Für Bunds besteht damit ebenfalls wenig Performancepotenzial, allerdings sollten sich diese besser entwickeln als ihre US-Pendants. Neben der zunehmenden Divergenz in der Notenbankpolitik von Fed und EZB spricht auch die Angebots/Nachfragesituation für eine bessere Entwicklung von Bundesanleihen. Während in den USA die Defizite ansteigen, werden bei der Bundesbank ab April verstärkt im Rahmen des QE-Programms erworbenen Anleihen fällig. Diese werden reinvestiert werden müssen, und so neben den ‚regulären‘ Ankäufen im Rahmen des QE-Programmes weitere 4-5 Mrd. Euro Nachfrage nach Bunds pro Monat generieren.
  • Für periphere Anleihen ist der Ausblick unverändert günstig. Der langsame Exit der EZB, die politische Bewegung hin zur ‚Transferunion‘ sowie der vergleichsweise attraktive Carry und Roll-down sprechen für diese Bonds. Italienische Anleihen weisen nach der Wahl und der Unsicherheit über die Regierungsbildung zudem eine sehr attraktive Risikoprämie aus. Der Spread zwischen italienischen BTPs und Bunds ist mit fast 140bp noch immer fast so hoch wie Anfnag 2015, als die EZB mit ihren Anleihekäufen begann. Bis zum Sommer erwarten wir eine Einengung des Spreads auf 100bp. Unternehmensanleihen sind unverändert teuer und ggü. peripheren Staatsanleihen vergleichsweise unattraktiv. Innerhalb des Unternehmensanleihensegmentes gewichten wir High Yield-Bonds ggü. Investment Grade-Anleihen weiterhin über. Zwar sind diese ebenfalls teuer, aber solange das Wachstum stark und die Ausfallraten niedrig bleiben, sollte hier keine Spreadausweitung auftreten und somit das höhere Renditeniveau zum Tragen kommen.
  • Auf der Währungsseite erwarten wir für die nächsten Monate tendenziell einen Fortbestand der Euro-Stärke. Der US-Dollar bleibt strukturell anfällig und wir bekräftigen unsere negative Einschätzung für die Währungen Australiens, Kanadas, Schwedens und der Schweiz. Lediglich für die Norwegen-Krone verbessert sich der Ausblick. Zudem bleiben wir positiv für den russischen Rubel und den chinesischen Renminbi.

20. März 2018, Dr. Eckhard Schulte

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Dr. Eckhard Schulte

Autor

Leiter Portfoliomanagement & Vorstand

Veröffentlicht am 20. März 2018